Auch im Vorfeld dieser Reise müssen wir uns Gedanken über einen Buggy machen. Diesmal wird es nicht nur einer sein, sondern wir werden zwei mitnehmen. Unser mittleres Kind ist zwar „schon“ 3 Jahre alt, aber noch auf ihren Mittagsschlaf angewiesen. Wenn wir auf Sightseeing-Tour sind, möchten wir sie einfach hinlegen können, ohne in die Unterkunft zurückkehren zu müssen.

Für den kleinsten Schatz reicht auch ein normaler Buggy, obwohl sie noch nicht sitzt. Wir müssen nur darauf achten, dass es eine Liegeposition gibt.

Oft taucht die Frage auf warum wir die Kleinste nicht in ein Tragetuch oder eine Manduca packen, dann hätte man die Hände frei und hätte das Kind ganz nah bei sich. Wenn man allerdings die Temperaturen und die Luftfeuchte in Südostasien bedenkt, komme ich gerne von diesem Gedanken ab. Das ist sicher nicht gesund fürs Kind, völlig durchnässt vor mir oder meinem Mann zu hängen. Ist man in einer großen Stadt und muss die U-Bahn nehmen oder betritt einen Supermarkt sind die Klimaanlagen so kalt, dass sich unsere kleinste Tochter sicher erkälten würde. Wir haben aber tatsächlich in Bangkok Eltern mit Tragehilfen gesehen. Also so abwegig ist der Sachverhalt für Andere nicht.

Hier nochmal eine kleine Liste über die Vorteile und Nachteile, die wir für uns sehen. Es überwiegen trotzdem die Vorteile für uns.

Vorteile:

  • unsere beiden kleineren Kinder sind angeschnallt, wenn es voller wird
  • man kann sich mal umdrehen oder auf die Karte schauen, da die Kinder angeschnallt sind
  • der Mittagsschlaf kann unterwegs gemacht werden
  • der Kinderwagen als Lastenträger (dieser Punkt freut meinen Mann am Meisten ;-))
  • daraus resultiert, dass wir keinen Daypack brauchen und unsere Rücken nicht durchnässt sind (übrigens ein sehr unangenehmes Gefühl)
  • eignet sich hervorragend als Hochstuhl, um das Kind zu füttern
  • Sonnenschutz

Nachteile:

  • zu sperrig (bei Bahnfahrten etc.)
  • ausgenutzt als Ablagefläche bzw. man ist geneigt zu viel auf einen Tagesausflug mitzunehmen (also was ich als Vorteil sehe, sieht mein Mann als Nachteil)
  • bei U-Bahnfahrten zur Rush Hour kann man schon mal stehen bleiben oder muss die Kinder rausnehmen und sie zusammenklappen (schon passiert in Kuala Lumpur in der Monorail)

 

Wir sind uns nur noch nicht einig, ob wir 2 neue kaufen oder noch die nehmen, die wir haben. Das bedarf einer Sichtung und ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

 

Mein letzter Blog-Post liegt schon wieder einige Zeit zurück. Gefühlt ist bei uns ständig ein Kind krank und zu Hause, der Haushalt möchte erledigt werden oder wir machen zur Abwechslung mal Urlaub 🙂

Heute möchte ich mit Euch meine Gedanken zum Thema Brei oder Gläschen auf Reisen teilen. Auf unserer ersten Reise 2013 war unsere große Tochter zum Antritt 9 Monate alt. Ich hatte Beikost eingeführt und sie konnte -meiner Erinnerung nach- bereits kleine stückige Sachen wie ein Brötchen oder die Babykekse von Alete  knabbern. Wir hatten 8 Packungen Brei im Gepäck und 3 oder 4 Gläschen. Wir wollten durch Asien keinesfalls die Gläschen schleppen. Wie sich herausstellte war der Plan prima, denn sie aß einfach unsere Reisgerichte mit oder die Damen von den Straßenküchen bereiteten ihr ein Omelett zu. Nun ja jetzt kommt der schwierige Teil. Unsere dritte Tochter wird zum Antritt der Reise bereits 10 Monate alt sein, aber ich sehe in Bezug auf Essen etwas schwarz. Mit ihr gestaltet sich die Einführung von stückiger Kost etwas schwierig. Selbst bei so Sachen wie Banane muss sie würgen. Jetzt stehen wir vor einem Dilemma. Gläschenkost wird es nicht geben. Das zeigt der Blick in die Supermärkte dort. Also werden wir das Reisegepäck mit Brei auffüllen müssen. Mir graut es jetzt schon. Man kann ihr nicht einfach was in die Hände geben, sondern muss sie sehr genau beobachten.

Vielleicht hat von Euch jemand eine Idee, wie wir das Problem lösen können? Auf Breipackungen hatte ich damals ehrlich gesagt nicht geachtet, da wir ja alles dabei hatten.

 

Reisevorbereitung Teil 2 – Unser Reiseziel

Unser erster Fixpunkt wird der Flug nach Singapur sein. Danach steht uns alles offen 🙂

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Zu Hause haben wir mal alle in Frage kommenden Reiseführer rausgekramt und in die Grobplanung aufgenommen. Es ist gar nicht so einfach aus der Fülle der Möglichkeiten zu schöpfen.

 

Im Hintergrund haben wir uns darauf geeignet, dass wir gerne eine Mischung aus Strand und Kultur mit den Kindern hätten. Wir wollten auch wieder gen Osten, weil wir nur positive Erfahrungen mit dieser Himmelsrichtung verbinden.

Wir uns freuen, wenn Ihr uns Eure Gedanken zu einem geeigneten Reiseziel mitteilt. Vielleicht gibt es etwas, was wir in unserem Denken vergessen haben.

Reisevorbereitung 2018

Der Abflug rückt immer näher und das heißt, dass die Vorbereitung begonnen hat 🙂

Das bedeutet sich wieder mental neuen Herausforderungen zu stellen. Da wir jetzt mit 3 kleinen Kindern reisen werden, müssen wir unser Equipment bzw. Gepäck nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Wie viel Kleidung darf jeder haben? Wie viele Kinderwägen bzw. Asiamobile nehmen wir mit? Welche Modelle? Muss unser großes Kind auch einen Rucksack tragen? Also Fragen über Fragen, die beantwortet werden wollen und daran lassen wir Euch gerne teilhaben.

Wir sind so AUFGEREGT 🙂 🙂 🙂

Ziemlich fertig vom Ausflug am Vortag, schliefen wir heute ein klein wenig länger…

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Vor allem die zwei jüngsten Mitglieder unserer Reisegruppe brauchten den Schlaf. Den letzten Tag unseres Kurzurlaubes wollten wir auch etwas ruhiger angehen. Deshalb hieß es erstmal gemütlich frühstücken und einen Plan für den Tag zurechtlegen. Mein Mann hätte gern noch das Korean War Memorial gesehen, dieses hat aber montags geschlossen. Es mußte Ersatz her. Ich spielte Liselotte am Handy das Lied „Gangnam Style“ vor und mein Mann bewegte sich gewohnt unrhytmisch dazu. Da dachten wir uns, dass es schade wäre, wenn wir nie den Stadteil Gangnam besucht hätten…

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Also liefen wir zu unserer U-Bahn-Station, wo wir nun schlussendlich einen Aufzug gefunden hatten. Den zu benutzen bedeutete zwar, dass wir einen Umweg laufen mußten, wir hatten aber keine Lust mehr aufs Kinderwagentragen… Bei dieser Liftfahrt fiel uns die Angabe des Maximalgewichts und dazugehöriger Personenzahl auf. In Deutschland wären dies wohl eher 11 Personen oder 1700 kg. 😉

In Gangnam angekommen fiel uns auf, dass alles sehr vornehm und voller Banker war. Das ganze Viertel ist voll von teuren Geschäften und Hotels. Dies ist auch die Situation, die im Lied „Gangnam-Style“ beschrieben wird.

Das Treiben wollten wir ein wenig beobachten, daher wünschte ich mir auf der Stelle einen Cafè Latte vom Coffee Bean. Wir brauchten nicht lang zu suchen…

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Nach einer kleinen Pause statteten wir einem bedeutenden Tempel des Zen-Buddhismus einen Besuch ab. Eine freundliche Dame – die wahrscheinlich irgendwie zur Tempelleitung gehörte – war von unseren Kindern begeistert. Sie sagte irgendwas auf Koreanisch und hob den Daumen dazu. Interessanterweise tat sich dies auch, als sie über meinen Mann redete…

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Sehr beeindruckend war die Inneneinrichtung des Tempels. Voller Laternen und Figuren. Da sich gerade mehrere Leute zum Gebet setzten, vermuteten wir, dass gleich ein Gottesdienst beginnen würde. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die monotonen Gebete und Lieder aus den Lautsprechern erklangen.

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Wir wollten dabei nicht stören und besichtigen die Anlage weiter.

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Sehr schön fanden wir das Zusammenleben von Traditionellem und Modernem.

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Nach dieser Besichtigung brauchten wir wieder eine kleine Pause – wir wollten doch ruhig machen. 😉

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Beim durch die Straßen Schlendern entdeckten wir ein schön aussehendes Cafè. Also nix wie rein.

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Liselotte hatte bis dahin noch nicht geschlafen und war auch dementsprechend aufgedreht…

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Vor allem mit Zuschauern läuft sie zur Hochform auf 😉

Aber auch dieses Spektakel endete irgendwann und wir konnten weiter. Uns fiel etwas ins Auge was es bei uns (noch) nicht gibt…

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Lieferservice bei McDonalds…

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Während der U-Bahn-Fahrt schlief Lilo endlich ein. Diese Gelegenheit konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Obwohl der letzte Kaffeehausbesuch noch nicht lange her war, setzten wir uns wieder in ein solches rein und genossen die herrliche Ruhe. Und ein wenig mit unserem Gretchen konnte auch geschmust werden…

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Mit reichlich Koffein im Blut und mit erwachtem großen Kind gingen wir ins Hotel zurück. Dort bereiteten wir uns auf unser Abschiedfoto von Korea vor 🙂

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Zum Abendessen besuchten wir den Laden, in dem uns während unseres Aufenthaltes das beste BBQ serviert wurde. Es überraschte uns wieder nicht, dass es einer der einfachsten Läden war.

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Außerdem waren die Besitzer dort total nett und da heute nix los war, kümmerten sie sich um unsere Kleine. Wir konnten also in aller Ruhe das Essen genießen.

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Nach diesem Korea-Besuch erhärtet sich unser Verdacht, dass man in Asien generell viel viel freundlicher zu Kindern ist und deren Anwesenheit auch niemals als störend betrachtet wird. Genau aus diesem Grund beschlossen wir heute während der Bahn-Fahrt, dass auch unsere zukünftigen Reisen auf diesen Kontinent führen werden…

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Zehn schöne Tage gehen zu Ende und am beeindruckendsten fand ich das Essen gehen. Die Art der Zubereitung und die Beilagen (vor allem das Kimchi) war echt mal was Neues. Letzte Woche wurden wir von einem Hawaiianer angesprochen, der uns fragte wie wir das Essen hier finden. In seinen Augen war das Essen nicht so wie er es von Hawaii kannte und er war froh, dass es KFC gab. Wir konnten diese Meinung überhaupt nicht teilen und fanden es lustig, dass jemand der relativ asiatisch aussah, sowas sagen würde…

Auch die Unmengen an Coffeeshops fanden wir sehr beeindruckend. In einem Umkreis von 100 m tippen wir auf 10 Läden. Es gibt nicht nur die etablierten Ketten, sondern auch sehr schöne kleine Cafés. Dafür, dass man Asien eher mit Teetrinkern assoziiert, gab es echt reichlich Gelgenheit um dem Kaffeegenuß zu fröhnen. Sehr zu unserer Freude 🙂

Eine Reise nach Korea können wir uneingeschränkt weiterempfehlen und wir freuen uns total, dass wir wieder von Asien positiv überrascht worden sind.

Und wieder brach ein neuer Tag an, der mit einem abwechslungsreichen Programm gefüllt werden wollte. Das erste Highlight an diesem Morgen war, dass unser Gretchen zum ersten Mal in ihrem kurzen Leben eine Müslischüssel zu Fall gebacht hatte. Meinem Mann war das sehr unangenehm und natürlich war nur die 3 Monate alte Kleine Schuld 😉

Wir entschieden uns dafür, aus Seoul rauszufahren und waren ein wenig fasziniert davon, dass man in Seoul nicht das Gefühl hatte in einer Riesenstadt zu sein. Wahrscheinlich liegt es an den Hügeln, die bewaldet und unbewohnt sind. Dadurch wirkt dieser Ballungsraum sehr aufgelockert. Die Metropolregion rund um Seoul gilt als die zweitgrößte (nach Tokio-Yokohama) der Welt.

Was dies eigentlich bedeutet, „erfuhren“ (mit der U-Bahn) wir heute. Wir machten einen Abstecher nach Suwon, einer Millionenstadt im 48 km südlich von Seoul. Mit der Linie 1 ging es eine Stunde und etwa 30 Haltestellen nach Süden. Dort war aber noch lange nicht die Endstation. Wir zählten noch zirka 20 weitere.

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Diese Ausmaße faszinierten uns. Da uns ein Fußmarsch von knapp zwei Kilometern bevorstand, stärkten wir uns ein wenig bei Starbucks 😉

Die Stärkung war eine Sache, aber zwei weinende Kinder die Andere. Plötzlich stehen einem die Schweißperlen auf der Stirn, weil sich ein Kind beklagt, weil es sich mit der Wasserflasche das T-Shirt nass gemacht hat und das Andere, weil es Hunger hat. Mann oh mann, da muss man einen kühlen Kopf bewahren und versuchen alle Bedürfnisse am Besten gleichzeitig zu stillen…;-) Ein Starbucks eignet sich hervorragend dafür.

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Außerdem wollte mein Mann noch ein wenig seinen „Frauenmagneten“ halten 😉

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Da wir für diese Stadt nur ein sehr rudimentäres Kartenmaterial hatten, fragten wir uns ein wenig durch. Die Leute konnten fast alle Englisch, jedenfalls soviel um weiterzuhelfen. Unser Ziel war nämlich eine Festungsanlage, die auch als UNESCO Weltkulturerbe geführt wird.

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Auch hier war die Affinität zum Kaffeetrinken durchaus erkennbar.

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Uns gefiel, dass es so viel mehr als „Starbucks“ und „The Coffee Bean and Tea Leaf“ zu finden war.

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Hwaseong heißt diese Sehenswürdigkeit von Suwon und wurde um 1790 erbaut. Während des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs ziemlich beschädigt, wurde die Festungsanlage wieder restauriert.

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Wir waren uns im Klaren, dass wir an diesem Tag auf keinen Fall die ganze Anlage (ca 6 Kilometer lang) schaffen würden, daher suchten wir uns ein paar Highlights aus.

Wir schlenderten erst durch den Palast des Erbauers (König Jesongjo) der Festung.

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Die Kinder schliefen, was diese Besichtigung sehr entspannt machte. Als Lotte aufwachte, brauchten wir ein Programm, dass sie auspowerte. Kein Problem, einfach rauf auf einen Hügel, auf dem ein ehemaliger Militärposten steht und von wo früher Signalfeuer gezündet wurden.

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Aber erstmal mit den koranischen Kindern Seifenblasen fangen 😉

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Oben angekommen, entdeckten wir – zur Freude meines Mannes – dass man dort eine Glocke läuten konnte…

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Von dort oben hatte man einen wunderbaren Ausblick auf Suwon. Diesen genossen wir ein wenig, als wir plötzlich Gesellschaft bekamen…

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Eine Gruppe von Marinesoldaten war anscheinend vom blonden Lockenkopf und von unserem Baby angetan. Sie kamen zu uns und witzelten mit Liselotte.

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Christof fragte sofort, ob er ein Foto machen durfte. Die Soldaten – die auch nur zum Vergnügen hier waren – hatten ihren Spaß. 😉

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Einer der Jungs, der auch eine große Kamera dabeihatte, machte dann noch ein Foto von uns. Wir freuten uns auch sehr über das Kompliment „Pretty Family“.

Dann kam einer der Buben (älter waren die nicht) und schenkte Liselotte ein Abzeichen der Koreanischen Marine.

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Vielleicht der Beginn eines Traumberufs ;-)? Christof meinte auf keinen Fall, außer die SMS Novara stößt wieder in See. Dann würde er es ihr erlauben…

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Es war bereits später Nachmittag und da wir noch den Rückweg zur und die Rückfahrt mit der U-Bahn vor uns hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Am Straßenrand saß ein alter Mann, der Messer verkaufte. Mein Mann, den unnützes Zeug magisch anzieht, kaufte eines davon. Obwohl ein scharfes Küchenmesser eigentlich ziemlich nützlich ist 🙂

Zu erwähnen sei heute mal die Freundlichkeit der Koreaner unseren Kindern gegenüber. Die Leute finden so viel gefallen an ihnen, dass Liselotte z.B. sehr viel geschenkt bekommt. Das ist uns immer sehr unangenehm, aber wir freuen uns trotzdem immer sehr.

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Wieder daheim probierten wir ein weiteres, der unzähligen Korean BBQ-Restaurants aus.

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Ein kurzer Blick in die Karte und wir wußten was wir wollten. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht, denn es schmeckte herrlich 😉

Auch hier wurden unsere Fähigkeiten als Eltern wieder voll auf die Probe gestellt. Irgendwie sehe ich das meinem Kind an, dass sie doch auf Toilette muss, obwohl sie es vehemment verneint. Nur leider war es jetzt schon zu spät und sie pullerte in die Hose. Nun ja, da wir perfekt auf so etwas vorbereitet sind, haben wir genug Ersatzklamotten dabei, nur leider rechnet keiner damit, dass es unserer kleinen „Diva“ nicht gefällt etwas mit Schmetterlingen anzuziehen. Mein Gott, was für eine Situation. Von außen muss das sehr amüsant aussehen, aber wenn man mittendrin steckt, dann ist es seeeeeeehr anstrengend 🙂

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Morgen wird also schon unser letzter Tag sein. Es ist Wahnsinn, dass die schönen Tage im Leben immer so schnell vergehen.

Heute wurden wir wieder mit einem wolkenlosen und blauen Himmel geweckt. Die Urlaubstage neigten sich dem Ende zu.

Als Tageshöhepunkt sollte es heute eine Wanderung in einer sogenannten „Nachbarschaft“ geben. Diese war im Lonely Planet bechrieben und nach unserer allmorgendlichen Routine ging es los.

Ein weiteres Mal trugen wir beide Kinderwagen die langen Treppen zur U-Bahn runter. Uns fiel heute dabei eine Baustellenabdeckung auf, die wir die Tage davor nicht gesehen hatten…

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Es wird also gerade an Aufzügen gebaut. Gut zu wissen – fürs nächste Mal 😉 Ich bin jedesmal am Fluchen, dass die U-Bahn Stationen teilweise ohne Aufzüge sind.

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Wir verließen die U-Bahn in einem Viertel im Norden der Stadt und zu unserer Verwunderung waren wir schon weit weg von jeglichen Touristenhotspots.

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Bevor der Spaziergang aber so richtig losging, brauchten wir eine kleine Stärkung. Der Wunsch keimte in uns auf und keine 100m weiter, konnten wir schon ein passendes Café erspähen. Die Besitzer waren sehr freundlich und auch für Lottes Entertainment war gesorgt. Mitten im Café stand ein Schaukelpferd, das sie sofort in Beschlag nahm und wir konnten in aller Ruhe unseren Kaffee genießen 🙂

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Danach wurde es eher anstrengend. Ich hätte nie gedacht, dass ich in Seoul so ins Schwitzen kommen würde…

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Der Weg führte auf eine Anhöhe, auf der ein Dorf stand, das im Lonely Planet als „Shaman Village“ bezeichnet wurde. Wir übersetzten uns das so, dass dort sehr gläubige Menschen wohnten. Und tatsächlich – wir fanden einige Tempel vor und es hatte den Anschein, als wären diese privat im eigenen Garten aufgebaut worden.

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Aber auch die Bemalung der Häuser war sehenswert und faszinierte vor allem Liselotte.

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Immer wieder legten wir kurze Verschnaufpausen ein…

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Aber es half nichts, wir mussten weiter. Man glaubt gar nicht, wie schwer so ein Kinderwagen werden kann…

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…vor allem, wenn er getragen werden musste.

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Der finale Aufstieg stand bevor. Ziel waren zwei Felsbrocken, die als heilig verehrt werden. Wir lasen auf einer Tafel, dass sie vor allem von jungen Frauen, die Kinder bekommen wollen, angebetet wurden. Als wir uns den Steinen näherten, bermerkte ich, dass gerade ein junges Mädchen davor kniete und betete. Ich wollte ihre Andacht nicht stören und rief Lilo zur Ruhe. Irgendwas passte Liselotte aber nicht, sie bekam einen kleinen „Ausraster“ und war alles andere als ruhig. Als die junge Frau dies sah, war ihr Gebet jäh beendet und sie stand auf. Wahrscheinlich war ihr Kinderwunsch dadurch erstmal auf Eis gelegt 😉

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Nachdem wir die schöne Aussicht über die Stadt ein wenig genossen hatten, ging es wieder den steilen Weg runter.

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Wir spazierten auch ein Weilchen an der alten Stadtmauer entlang.

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Die Herbstfarben waren wunderschön und mein Mann sinnierte darüber, warum viele Frauen beim Fotoposing den Kopf zur Seite neigen…

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Auf eine Antwort konnten wir uns während des gesamten Spaziergangs nicht einigen 😉

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Unten angekommen wollten wir noch die Gelegenheit – zwei schlafende Kinder – nutzen um gemütlich Kaffee zu trinken. Leider dürften die Kleinen eine innere Uhr haben, die sie immer dann aufwachen ließen, wenn Mama und Papa kurz mal verschnaufen wollen…

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Mein Mann führte uns durch die Staßen von Seoul und wir endeten – welch Überraschung – wieder bei den Fotofachgeschäften vom Vortag. Christof „brauchte“ für sein neues Stativ noch unbedingt einen Schwenkkopf. Bei den gut sortierten Läden wurde er fündig.

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Es wurde schon Abend, höchste Zeit, dass wir uns dem Abendessen widmeten. Dafür fuhren wir zurück in Hotelnähe. Dort streiften wir durch die nahegelegene „Freßmeile“. Wir hatten die Erfahrung gemacht, dass man nicht in Lokale gehen sollte, die einladend ihre englischsprachige Speisekarte und ohne Preise präsentierten. Man muss in die engsten und dunkelten Gassen ausweichen, um die besten Essenserlebnisse zu finden. So wie heute wieder…

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In einem Seitengässchen entdeckten wir ein nettes Restaurant. Die Chefin war gleich von unserem Gretchen angetan. Sie wollte sie gar nicht mehr hergeben. Es war uns gar nicht recht, dass wir in aller Ruhe unser Korean BBQ genießen konnten, während unsere Kinder unterhalten wurden 😉

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Nachdem alle gegessen hatten, ging es zurück ins Hotel. Kurz noch Wäsche gewaschen und dann haben wir uns noch darüber gewundert, wie viel Knoblauch eigentlich bei so einem koreanischen Essen dabei ist 😉

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Wie vorhergesagt lachte heute Morgen die Sonne vom Himmel. Zwei ganz zentrale Sehenswürdigkeiten hatten wir uns noch aufgespart und wollten diese heute „abhacken“.

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Bevor es losging gönnten wir uns noch ein kleines Käffchen. Dies war unter Anderem auch möglich, da die Anfahrt sehr kurz war. Hatte ich schon erwähnt, dass mein Mann ein sehr zentrales Hotel ausgesucht hatte? 😉

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Für alle war was dabei. Wir hatten unseren Kaffee, Lilo konnte mit Steinen spielen und Margarete entdeckte eine neue Art an ihren Fingern zu lutschen…

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Diese Vorgehensweise kannte ich von irgendjemanden 😉

(Quizfrage an die Lieben aus meiner Familie: Wer hat auch genau an den drei Fingern genuckelt?)

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Nun aber zu den Sehenswürdigkeiten…

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Ganz zentral in der Stadt steht ein Berg (für meinen Österreicher nicht mal ein kleiner Hügel) namens Namsan. Dieser ist 243 Meter hoch und darauf wiederum steht ein fast gleich hoher Fernsehturm. Zum Glück blieb uns das Wandern erspart, denn es gab einen Schrägaufzug und eine Seilbahn. Wir hatten erst etwas Bedenken, ob man mit zwei Kinderwagen dort gern gesehen wäre. Es stellte sich aber als problemlos heraus.

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Von dort oben konnte man erst die massiven Ausmaße von Seoul richtig sehen…

Mit einem Expresslift ging es in Windeseile zur Aussichtsplattform im Turm. Wir hatten noch nie so viel Merchandise in so einem Bauwerk gesehen.

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Egal, es gab für unsere Kleinen (Lilo und Christof) trotzdem was Süßes.

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Wie schon erwähnt, die Stadt ist riesig und man hatte den Eindruck, dass man – bis auf unbewohnte Hügel – nur Häuser sah…

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Drei weitere Reiseziele der letzten Jahre 😉

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Nach diesen schönen Aussichten ging es wieder runter ins „Tal“. Nach ewigen stürmischen fünf Minuten waren wir froh, wieder unten zu sein.

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Wir schlenderten ein wenig durch die Straßen und näherten uns einem weiteren Palast mitten in der Stadt.

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Dort erlebten wir gerade rechtzeitig den Wachwechsel. Wir wunderten uns, dass dieser viel spektakulärer war, als jener am Hauptpalast…

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Als die Zeremonie vorüber wahr, durfte man Fotos machen. Mein Mann war wieder nicht zu halten 😉

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Falls Liselotte mal fragt, wo sie da war… sie hat geschlafen 😉

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Da – wie schon erwähnt – alle Paläste aus der selben Dynastie stammen, sahen sie irgendwie gleich aus. (zumindest für uns)

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Irgendwann werden wir uns mit der Geschichte mal näher befassen…

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Mein Mann mußte mir „unbedingt“ einen Markt zeigen. Als wir uns diesen näherten, wußte ich auch warum…

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Fotogeschäfte, soweit das Auge reichte. Mit einem neuen Stativ (was wir angeblich auf Reisen unbedingt brauchen) verließen wir die Foto-Einkaufsmeile und bogen in die „Fetzenabteilung“.

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Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Seoul keineswegs ein billiges Pflaster ist? Da Christof immer nur ganz kurz in Seoul war, hatte er nicht so richtig ein Gespühr, was hier billig ist und was nicht. Die Antwort fanden wir bald raus. NIX 😉 Die Preise sind eigentlich wie bei uns. Dies war aber auch nicht verwunderlich, da unsere Vergleichsmöglichkeit nur Südostasien war. Korea ist für unser Empfinden um einiges fortschrittlicher und als Westeuropäer kann man eigentlich keinen Unterschied zu daheim ausmachen. (wir kennen natürlich noch nicht das Land außerhalb von Seoul)

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Vor einem Brunnen mußte mir mein Mann eine Begebenheit erzählen, die er vor fast eineinhalb Jahren dort erlebt hatte. Er war gerade über den Markt gebummelt als er dort ankam. Plötzlich klingelte das Telefon – ich war dran – und erzählte ihm, dass Lilo den Kita-Platz erhalten hatte. Was für ein glücklicher Tag 😉

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Außerdem war es schön mal zu sehen, wo sich mein Mann während seiner „Arbeit“ rumtreibt.

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Gretchen war hungrig – wir auch – deshalb setzten wir uns in ein Restaurant, ohne richtig zu wissen, was dort serviert wurde…

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Wir wurden nicht enttäuscht, es gab herrlich schmeckende Nudelsuppe…

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Christof bestellte sich was richtig scharfes und wir genossen es, den Abend bei gutem Essen ausklingen zu lassen.

 

Das Wetter meinte es nicht gut mit uns heute, es regnete in Strömen. Mein Mann hatte aber auch schon nach einem Schlechtwetterprogramm gesucht und einen Besuch am Fischmarkt ausgewählt.

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Wie schon erwähnt, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung und Ausrüstung. Einen ganz heftigen Schauer hatten wir dann aber doch in einem Teehaus abgewartet…

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Beim Betreten der unscheinbaren Halle konnte wir noch nicht erahnen, was sich dahinter verbarg. Unzählige Ständchen mit Fischprodukten reihten sich aneinander und boten ein sehenswertes Spektakel.

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Zu unserem Erstaunen roch es fast gar nicht nach Fisch. Dies bedeutete, dass alles super frisch war.

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Bei dieser Menge an angebotenem Fisch und Meeresprodukten, fragten wir uns, wieviel denn dort noch zu holen sei…

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Auch Lilo freute sich über so manchen „Hai“…

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Leider kamen wir mehr oder weniger gerade vom Frühstück. Aber als mir eine Verkäuferin frischen Fisch anbot, den man in den Restaurants zubereiten lassen konnte, wurden wir schwach und ich kaufte ein paar Kingprawns und Jakobsmuscheln. Ein Snack ging immer… 😉

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So frisch werden wir wahrscheinlich nicht mehr so schnell ein Meerestier bekommen. Also kaufte ich für ca 25 Euro ein. Christof ist immer wieder erstaunt, wie wenig man für so viel Geld bekommen kann…

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Die Verkäuferin führte uns über einen Gang zwei Ebenen tiefer, wo sich fast unscheinbar ein Restaurant befand. Dort wurden wir – nach koreanischem Stil – hingesetzt und die Kellnerin fragte uns, wie wir unsere Muscheln und Prawns zubereitet haben wollten.

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Nach kurzer Zeit brachte man uns unser Meeresgetier und nahm dafür im Austausch unser Gretchen mit…

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Mit etwas Salat, scharfer Sauce und viel Knoblauch ließen wir uns die Prawns und die Muscheln schmecken. 🙂

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Beim Bezahlen wunderte sich mein Mann abermals, dass man soviel zahlen kann, obwohl man sein Essen quasi selbst mitgebracht hat. Aber egal, es schmeckte super, war ein schönes Erlebnis und außerdem hatten wir schon viel teurer und schlechter gegessen…

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Beim Rausgehen beobachteten wir noch den ein oder anderen Einkauf und waren begeistert von diesem interessanten Markt.

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Mit der U-Bahn ging es ins Zentrum zurück. Wir hatten einen zweiten Markt – diesmal Textilien – auf dem Programm. Der Regen hatte weitgehends aufgehört, was auch gut war, denn wir bewegten uns zumeist im Freien.

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Bei den Handtüchern konnte ich nicht anders und musste zuschlagen…

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Auch hier waren unsere Kinder gern gesehen 😉

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Nach soviel Bummelei hatten wir uns echt eine Kaffeepause verdient. Christof meinte, dass der Markt ganz in der Nähe des Hotels sei. Wir konnten also zu Fuß nach Hause. Einfach nur dem kleinen Fluß folgen. So ein Spaziergang kann aber lang werden, wenn man in die falsche Richtung geht. Irgendwann fanden wir uns im Stadtzentrum wieder…

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War aber auch nicht schlimm, da es an jeder Ecke eine Haltestelle des super ausgebauten U-Bahn-Netzes gibt. Außerdem freute sich Christof, dass er einen Spot aus dem Reiseführer zufällig gefunden hatte.

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Der Regen hatte endgültig aufgegeben und die Vorhersage versprach noch schöne weitere Tage…

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Einer der Hauptgründe, weshalb wir uns für diesen Urlaub Seoul ausgesucht hatten, war, weil mein Mann unbedingt mal genügend Zeit haben wollte, um an die Nordkoreanische Grenze zu fahren. Heute war es soweit. Pünktlich um halb elf wurden wir in einem Minivan abgeholt, der uns zu einem Sammelpunkt brachte, an dem ein komfortabler Bus auf uns wartete. Ganz im Ernst, wir hatten noch nie so einen vornehmen Bus gesehen… mit Parkettboden 😉

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Die Fahrt führte uns raus aus der Stadt. Wir waren überrascht, wie schnell man das Zentrum von Seoul hinter sich lassen kann. Die Autobahn befindet sich dann bald neben dem Fluß „Sacheon“, der zwar noch nicht die Grenze zu Nordkorea bildet, doch häufig zur Flucht von Nordkorea überdrüssig gewordenen Mitmenschen und Spionen genutzt wird. Um letzteren frühzeitig eine adäquate Behandlung bieten zu können, stehen am Flussufer riesige Zäune und alle paar hundert Meter ein Wachturm. Die Wachtürme sind auch alle besetzt.

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Unser erster Halt an diesem Ausflug war ein Ort, der direkt an der ersten Grenze der Demarkationslinie liegt.

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Dort gab es ein paar Restaurant und eine Aussichtsterasse mit Blick auf Nordkorea. Der Tourguide erklärte uns, dass dieser Ort für viele Südkoreaner der nördlichste Punkt sei, an dem sie ihren zurückgelassenen Familien aus dem Norden gedenken können. Uns fiel dabei auf, dass die Führerin nie von Nordkoraner oder Südkoreaner sprach. Vielmehr nur von Koreanern, die durch eine willkürlich gezogene Grenze voneinander getrennt wurden.

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Die Fähnchen am Grenzzaun wurden von Südkoreanern hingehängt, die ihrer Lieben im Norden gedachten.

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Da aber an diesem bedrückenden Ort der Spaß auch nicht zu kurz kommen darf, gab es neben dem Parkplatz einen Rummelplatz. Schließlich hätten es die Verwandten aus dem Norden wahrscheinlich so gewollt…

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Diese Gelegenheit ergriff Liselotte sofort.

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Wir fuhren weiter und unser Weg ging ziemlich bald über eine Brücke, die schon mitten in der DMZ liegt. Deshalb mußten alle ihre Pässe zeigen, da man ohne Genehmigung nicht rein durfte. Es wurde uns erklärt, dass DMZ Demilitarized Zone bedeutet. Innerhalb dieser vier Kilometer breiten und ca 250 km langen Zone darf kein Militär stationiert sein und von diesem auch nicht betreten werden.

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Quasi zur Friedenserhaltung.

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Leider war es – bis auf die Touristenspots – verboten innerhalb dieser Zone zu fotografieren. Ganz zum Leidwesen meines Mannes. Und wir hatten das Gefühl, dass dieses Verbot auch durchaus ernst genommen wurden. Daher gibt es von der Fahrt unterwegs keine Bilder. Erst als wir ein weiteres Highlight der Tour erreicht hatten, durfte wieder geknipst werden. Wir befanden uns an einem der vier (bereits entdeckten) „Infiltration Tunnels“. Diese wurden von Nordkorea gegraben, um heimlich Soldaten und Nachschub nach Südkorea schaffen zu können. Unser Tunnel war der dritte, der 1978 gefunden wurde. Nach einem kleinen Informationsfilm ging es 400 Meter – über einen Zugangsstollen – steil hinab zum eigentlichen Tunnel. Da man mit dem Kinderwagen nicht reinkonnte, trug mein starker Mann unser Gretchen runter und mußte gelgentlich auch noch unser erstes Kind tragen. Unten angekommen gingen wir gebückt noch ein paar hundert Meter weiter, bis wir von einer Betonwand und Stacheldraht am Weitergehen gehindert wurden. Dies markierte unterirdisch die eigentliche DMZ. Wir konnten gar nicht fassen, wie man durch so einen engen Tunnel 30.000 Soldaten in einer Stunde durchbringen wollte. (im Tunnel war das Fotografieren verboten…)

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Von unserem Tourguide leicht gehetzt kamen wir oben am Bus wieder an und fahren – nach einer kurzen Wickelpause – auch gleich los.

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Die nächste Station war auf einem Hügel. Dort befand sich eine Ausspähplattform, die hauptsächlich militärisch genutzt wird. (aber Touristen waren willkommen, solange die Objektive nicht aufs falsche Motiv zielten)

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Von dort oben hatten wir einen Blick auf ein weitläufiges Feld. Man sah zwei Ortschaften und zwei Fahnenmasten. Einer trug die Südkoreanische, der andere die von Nordkorea. Man ist sich nicht ganz sicher, ob dort – außer Militärangehörigen – sonst überhaupt jemand wohnt. Egal, die Hauptsehenswürdigkeit bleibt trotzdem der vierthöchste Fahenmast der Welt.

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Wir fanden diesen Halt am interessantesten vom ganzen Tag. Leider gab man uns dafür die geringste Zeit.

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Es stand noch ein kurzer Stopp an. Nämlich am letzten Bahnhof in Südkorea Richtung Norden. Kurz hinter der Grenze – in Nordkorea – stehen riesige Fabriken, in denen Südkorea billig mit nordkoreanischen Arbeitskräften produziert. Man versicherte uns, es sein eine Win-Win-Situation. Und dafür schien unter anderem auch dieser morderne und verlassen wirkende Bahnhof gebaut worden zu sein. Einmal täglich verkehrt hier ein Zug von Seoul zur Grenze und zurück. Irgendwann – nach der Wiedervereinigung – ist geplant, dass die Bahnstrecke weiter durch Nordkorea über Russland bis Europa gehen sollte. Damit könnte man Seoul dann mit dem Zug erreichen.

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Da ich mich ja mit Wiedervereinigung auskenne, dachte ich mir, dass solch ein Tag schneller und unerwarteter kommen kann, als man denkt.

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Ziemlich müde und geschafft stiegen wir wieder in den Bus, der dann – nach einer weiteren Passkontrolle – zurück nach Seoul fuhr. Die Reiseleiterin meinte, dass sie unbedingt gleich viele Leute raus wie rein bringen muss, sonst hätte der ganze Bus ein Problem…

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Nach einer guten Stunde Fahrt und einem (von uns nicht wahrgenommenen) Zwischenstop bei einem Souvenierladen, wurden wir im Stadtteil „Itewon“ rausgelassen. Christof erzählte mir, dass dieses Viertel bevorzugt von Crewmitgliedern besucht wird. Als ich mich umschaute, wunderte ich mich warum. Alles nur Touristenlokale…

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Da wir jetzt schon ein paar Stadtteile kannten, wussten wir auch, wo man Abendessen konnte. Es wurde abermals ein rustikaler Laden in dem wir einfach drauf losbestellten und keineswegs enttäuscht wurden 😉

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Übrigens gäbe es noch eine weitere Möglichkeit die nordkoreanische Grenze zu besuchen. Und zwar den Ort, an dem in den 1950ern die Friedensverhandlungen geführt wurden. Dort besteht auch legal die Staatsgrenze zu überschreiten und legal auch wieder zurückzukommen. Leider gibt es dort ein Mindestalter. 10 Jahre… Den Grund hatten wir so verstanden: man muß sich dort benehmen und muß sich unter Kontrolle haben, um den Frieden nicht zu gefährden… Also in 9 Jahren und 9 Monaten dann 🙂 (wenn Christof mit dem möglichen vierten Kind daheim bleibt)

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By the way… so können Toiletten in der U-Bahn-Station ausgestattet sein… Das muss man einfach gesehen haben, denn es gibt tatsächlich eine Möglichkeit, sein Kleinkind in eine Halterung an der Wand zu parken und man hat dadurch die Möglichkeit mit beiden Händen eine öffentliche Toilette zu besuchen 😉 Die Mütter unter uns verstehen das 🙂 Und ein weiteres Highlight ist die dazugehörige Kindertoilette. Lilo war so begeistert, dass sie sofort aufs Klo musste 🙂

Solche Toiletten sind keine Seltenheit hier und in meinen Augen sehr familienfreundlich.

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