19.10.2018 Tag 28: Windorah

Die Klimaanlage ist wirklich laut und wir mussten sie deshalb ausstellen. Zum Glück kühlt es nachts super ab und wir konnten entspannt schlafen.

Nach einem Frühstück und einem entspannten Morgen, machten wir uns los um zu schauen, ob der „Lebensmittelladen“ wenigstens offen hatte. Brot für unterwegs und Wasser mussten wieder aufgefüllt werden. Heute hatte er zum Glück offen, aber er glich mehr einem Tante-Emma Laden. Es ist für uns mal gut nicht alles zu bekommen und mit den vorhandenen Ressourcen zu haushalten. Wieder etwas dazugelernt. Ich kaufte auch nur das Nötigste ein und wir fuhren los.

Als erstes fuhren wir zu einem sogenannten „Nature Drive“. Hier kann man abseits der Straßen die Natur mit dem Auto erkunden.

Nach einer halben Stunde waren wir fertig und der Plan war in ein 80 km entferntes Hotel zu fahren, welches über die Jahre so verfallen ist, dass kaum mehr was da ist.

Wir waren ca. eine Viertelstunde unterwegs als wir uns fragten, ob wir eigentlich genug Wasser mithatten. Im Auto waren nur 4 halbe Liter Flaschen und wir entschieden uns umzudrehen. Das Risiko wollten wir mit 3 kleinen Kindern nicht eingehen. In den Informationsblättern steht, dass man ca. 20 Liter nur an Sicherheitsflaschen mit sich führen sollte plus dem Wasser, welches man am Tag verbraucht(4 Liter pro Person wird empfohlen). Und das hatten wir bei Weitem nicht. „Better safe than sorry“ trifft es hier glaube ich sehr gut.

Wir drehten also um und kauften nochmal Wasser ein. Das hatte ich nämlich zuvor vergessen. Wir nutzten auch gleichzeitig diese Pause um Mittag zu essen und danach zum Hotel zu fahren.

Nach dem Mittagessen brachen wir auf. Es wurde so heiß während der Fahrt. Das Außenthermometer maß 38 Grad. 😲😱

Die Fahrt an sich war wieder sehr schön uns es gab viel zu sehen. Die Landschaft ist hier sehr sandig und durch den Wind haben sich Dünen gebildet. Durch den roten Sand sieht es einfach fantastisch aus und die Motive könnten nicht besser sein.

Wir spielten auch ein wenig mit der GoPro und das Ergebnis könnt ihr in den Videos sehen.😉

Den späten Nachmittag verbrachten wir auf dem Spielplatz, da es leider kein Schwimmbad hier gibt.

Morgen geht es wieder weiter Richtung Norden. Windorah war tatsächlich der kleinste Ort, in dem wir geschlafen haben. Das hätten wir nicht gedacht nach Thargomindah noch was idyllischeres zu finden. 😊

Schon wieder brach ein Reisetag an. Nach 3 Nächten hier in Quilpie machten wir uns wieder auf den Weg. Man soll ja bekanntlich immer gehen, wenn es am Schönsten ist. Wir wurden jetzt mittlerweile schon von den Leuten gegrüsst, die wir aus dem Schwimmbad kannten. 😂

Den Wohnwagen werden wir wirklich vermissen, denn er war total geräumig und sehr gut eingerichtet.

Gegen halb 10 fuhren wir los und wir hielten erstmal im 2 Minuten entfernten „Visitor Center“ für unsere tägliche 100 Mb Dosis.🙄😉 Da diese wirklich schnell ausgebraucht war, ging es weiter.

Der Weg nach Windorah sollte wieder ca. 300 km sein und führte uns nordwärts. Unterwegs gibt es lt. Karte keine Möglichkeit zu Essen oder zu Tanken. Deshalb hatten wir wieder alles ausreichend dabei.

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir wieder an einer „Rest Area“ vorbei und machten ein Picknick.

Unter dem Dach gab es leere Hornissennester oder Nester von anderen Tieren. Diese konnten wir nicht zuordnen, aber wir machten einen Plan, falls wir angegriffen werden. 😂

Die Picknicktische standen wieder im Nirgendwo und die Ruhe war herrlich.

Weiter ging es in eine neue Gemeinde und wir überfuhren wieder den Dingo Zaun.

Außerdem gab es heute mal die Straße als Landebahn für Flugzeuge.

Gegen 14 Uhr waren wir endlich in Windorah und wir fuhren zum ersten Motel, das wir sahen. Sie hatten ein Babybett und der Preis war auch super. Ich schickte Christof rein zum Bezahlen und dann merkten wir erst, dass es kein Bad und Klo in den Zimmern gab und wir es uns hätten teilen müssen. 🙄

Der Chef bemerkte unsere Unsicherheit und sagte uns, dass er nochmal eine Straße weiter fragt, weil es dort sogenannte „Cabins“ gibt. Er rief an uns wir bekamen die Letzte. Als Sahnehäubchen oben drauf, sagte er uns, dass wir das Babybett gerne leihen könnten. Wow. 😲😎🙏🏽 Das Angebot nahmen wir gerne an und wir wollten auch gerne dafür bezahlen. Aber das schlug man aus und das Geld sollten wir lieber den „flying doctors“ spenden. 👍

Nachdem wir unsere „Cabin“ bezogen hatten, kamen wir zurück und wir tranken dort Kaffee.

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Spielplatz und wir fanden heraus, dass es sehr klug war die Gläschenvorräte und Windeln etc. aufzufüllen. Windorah hat nur 80 Einwohner und Lebensmittel gibt es an der Tankstelle und in einem Laden, der schon geschlossen war. Man sollte das Outback wirklich nicht unterschätzen und wir bewegen uns „nur“ auf betonierten Straßen. 😉

Nach unserer zweiten Nacht im Trailer wachten wir wieder sehr ausgeruht auf.

Leider ist das Internet sehr schlecht hier. Am Ankunftstag standen jedem von uns 100 Mb zur Verfügung und die waren schnell verbraucht. Ab jetzt müssen wir extra Zeit kaufen, wenn wir surfen wollen. Es gibt aber noch die Möglichkeit zum „Visitor Center“ zu fahren. Dort hat man aber auch nur nochmal 100 Mb zur Verfügung. Das bedeutet kein Internet für uns, so lange wir keine kostenlose Möglichkeit dafür finden.

Als Vormittags- und Mittagsplan wollten wir heute die 77 km zu einem Pub in Toompine fahren. Ursprünglich war dieses Pub ein Teil einer kleinen Stadt, aber durch viele Dürren im Laufe der Jahrzehnte verließen immer mehr Einwohner diese Stadt. Deshalb nennt man das Pub auch „Pub without a town“.

Der Weg dorthin war wie immer einspurig uns sehr einsam. Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir dort an.

Wir sahen uns etwas um und gingen dann hinein. Sehr naheliegend ist ja die Tatsache, dass wir sehr weit vom Meer entfernt sind, aber wir konnten nicht der Tatsache widerstehen „fish & chips“ zu bestellen. 😉

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Wir wurden von einer netten jungen Frau bedient und es stellte sich heraus, dass Chiara (🙋‍♀️)aus Italien kommt. Sie macht „work & travel“ in Australien und wir unterhielten uns die ganze Zeit mit ihr. Wir hatten das Gefühl, dass sie es auch genoss jemanden aus Europa zu treffen.

Da dieses Pub wieder so ein spezieller Ort ist, wo man nicht so einfach hinkommt, kauften wir noch ein paar Souvenirs. 😃 Und es gab noch mit allen Beteiligten das obligatorische Foto.

Gleich danach mussten die Mädels nochmal aufs Klo und als wir fertig waren, kam Chiara nochmal zu uns und schenkte uns noch Kuchen, den sie gebacken hatte. Sie bedankte sich für das nette Gespräch und wir bedankten uns für die Gastfreundschaft😊💐.

Heute morgen haben wir noch überlegt, ob wir überhaupt fahren sollten, aber solche Begegnungen rechtfertigen den „Aufwand“.😃

Auf dem Rückweg konnten wir noch einheimische Wildtiere beobachten und dann ging es erstmal auf den Campingplatz zurück um noch etwas Wäsche zu machen. Da hier die Waschmaschine so nah ist, nutzte ich nochmal die Möglichkeit hier zu waschen.

Nach der Wäsche wollte wir uns noch etwas in Quilpie umsehen. Quilpie ist dafür bekannt, dass Amy Johnson als erste Frau von England nach Australien geflogen ist. Die Besonderheit ist, dass sie sich von Darwin aus verflogen hat. Lt. Karte sollte die Zugstrecke an der sie sich orientiert hat in Charleville enden, aber die Karte war falsch. Die Zugstrecke war schon weiter gebaut worden uns sie landete deshalb hier in Quilpie. Auch heute endet hier immer noch die Zugstrecke und es wird „end of trail“ bezeichnet.

Quilpie hat auch noch einen Altar aus Opalsteinen zu bieten. Dieser wurde aus den Opalen gebaut, die man auch hier rund um die Stadt finden kann.

Nach so viel Wissen heute, war es an der Zeit wieder ins Freibad zu gehen. Dort war heute weniger los, da es Mittwochnachmittags in der Schule AG’s gibt.

Morgen werden wir wieder weiterziehen und wir freuen uns schon. 😊

Nach einer sehr angenehmen Nacht, standen wir erholt auf. Während der Nacht hatte es geregnet, was die Natur hier wirklich braucht.

Gestern sind wir ja schon an Eromanga vorbeigefahren und heute wollten wir wieder da hin, um das Naturhistorische Museum zu besuchen. Laut Informationsmaterial wird alle 2 Stunden eine Tour angeboten und deshalb sind wir einfach drauf losgefahren.

Vorher ging es noch zum Supermarkt, um für das Mittagessen einzukaufen. 10 Minuten vor dem Start der Führung kamen wir an und wurden ganz lieb begrüßt. Es stellt sich heraus, dass wir die einzigen Gäste für den 11 Uhr Termin waren. 😊 Unser „Guide“ stellte sich als Corey vor und wir hatten ihn ganz für uns. 😉

2010 hat ein 14-jähriger Junge durch Zufall einen großen „Felsbrocken“ gefunden, den er komisch fand und mit nach Hause nahm, aber auch niemand von der Familie konnte ihn zuordnen. Diesen „Stein“ schickten sie an die Universität nach Brisbaine. Es stellte sich heraus, dass es ein Dinosaurier Knochen war und es begannen die ersten Ausgrabungen.

Das ist jetzt 8 Jahre hier und mittlerweile gibt es seit 3 Jahren das Museum dazu. Es ist nicht als klassisches Museum zu verstehen, sondern man wird durch die „Arbeitsplätze“ der Archäologen geführt. Jeder Schritt von der Ausgrabung bis zum Ausstellungsstück wird hier gezeigt.

Es werden nur 2 Wochen im Jahr darauf verwendet Ausgrabungen durchzuführen, da diese Arbeit ca. 50.000 Dollar verschlingt. Das ist darin begründet, dass 2 Meter unter die Erde gegraben werden muss und dafür wird schweres Gerät verwendet. Wird etwas gefunden wird es mit Zeitungspapier, Alufolie und Gips umwickelt, um den ganzen Stein herauszuholen. Dieser wird nummeriert und auf Paletten in der Halle gelagert. Laut Corey haben sich durch die bisherigen Ausgrabungen Arbeit für die nächsten 90 Jahre angehäuft.

Wird solch ein Gipsstein geöffnet beginnt das Präparieren. Das kann unterschiedlicher Art sein, je nachdem welche Art von Gestein man vorfindet. Der Rest an Erde, der durch das Präparieren abgetragen wird, wird nicht etwa weggeschmissen, sondern auch nochmal nach Fossilien untersucht. So finden sich zum Beispiel in den kleinsten Körnchen Fossilien von Eidechsen etc.! Diese sind teils nicht größer als 1mm.

In der Halle liegen die Überreste von Mathilda, Zac, Sid und Cooper. Cooper sein Oberschenkelknochen hat eine Höhe von 2,70 m. 😉😱

Die Führung durch die Halle war absolut fantastisch und einzigartig. Das wir die einzigen Besucher waren, krönte das Ganze.

Draußen im Souvenirshop gab es für die Mädels noch eine kleine Erinnerung und wir hatten wieder viel gelernt.

Zum Mittagessen hielten wir am Spielplatz von Eromanga und dann fuhren wir weiter.

In Quilpie gibt es wieder ein Freibad und das Beste ist, dass der Eintritt kostenlos ist. 😉 Nach so viel Wissen heute, hatten wir uns das alle verdient. 😊 Christof und ich genossen einen Kaffee aus der Kaffeemaschine und nicht Instant und die Mädels konnten sich erfrischen.

Das Schwimmbad war wirklich gut besucht und gegen halb 6 machten wir uns auf den Weg zurück in den „Caravan Park“.

15.10.2018 Tag 24 – Targomindah – Quilpie

Gestern Abend kamen dann tatsächlich andere Gäste an. Das war für uns das Zeichen wieder weiterzuziehen. Da wir -wie im letzten Post geschrieben- mit dem Mietwagen nur betonierte Straßen benutzen dürfen, sind die Auswahlmöglichkeiten etwas begrenzt. Deshalb wird heute der westlichste Punkt unserer ganzen Reise angefahren werden und wir werden Richtung Norden weiterfahren.

Aber bevor es losging, fuhren wir noch zu unserer gebuchten Führung ins alte Krankenhaus von Thargomindah.

Die Frau, die die Führung durchführte ist eine Holländerin und das schweißte etwas zusammen. 😉 Sie kam als Backpackerin nach Australien und lernte ihren Mann hier kennen und blieb.

Die Tour war sehr informativ. Z.B. wurden die Ziegelsteine für das Mauerwerk aus dem Schlamm des Flusses gebrannt. Während diese unten am Fluss austrockneten, hinterließen Wildtiere ihre Spuren. Außerdem soll es angeblich in dem Gebäude spuken. Eine Frau in einem roten Rock und einem weißen T-Shirt findet ihre Ruhe nicht. Sie soll aber von guter Natur sein und einfach am Leben der Anderen teilhaben wollen.

Nach der Führung im Krankenhaus fuhren wir auch noch mit Gerda aus Holland zum Hydro Power Plant Areal und heute schaltete sie den Generator an und demonstrierte uns wie Licht erzeugt wurde für sie Stadt.

Wir waren sehr überrascht, dass an einem Montagmorgen um 8.30 Uhr auch noch 2 weitere Familien an dieser Führung teilnahmen. Das war jedenfalls ein prima Abschluss von Thargomindah und jetzt freuten wir uns wieder auf etwas Neues.

Das neue Ziel hieß Eromanga , aber vorher sollte es zum westlichsten Punkt unserer Reise gehen. Nämlich zum Noccundra Hotel. Hier befindet sich der am weitesten entfernte Pub vom Meer in ganz Australien. Es wird auch als der einsamste Ort bezeichnet. Wir können das auf jeden Fall bestätigen, denn auf der 140 km Strecke kam uns nur 1 Auto entgegen. Heute wäre es äußerst ungünstig gewesen, wenn wir mit dem Auto liegengeblieben wären.😱

Wir haben jetzt auch herausgefunden warum gehäutete Hunde hier hängen. Und zwar gibt es den sogenannten „Dingo fence“. Der Zaun läuft tausende Kilometer durch Australien. Dingos werden anscheinend als Schädlinge gesehen. 😉

Pünktlich zum Mittagessen schlugen wir im Noccundra Hotel auf und wir waren die einzigen Gäste. Die Preise waren überraschend normal und wir bestellten Burger und Pommes für uns. Laut Buch beläuft sich die Einwohnerzahl in Noccundra auf 3.

Die Temperatur kletterte während der Fahrt auf 5 Grad mehr und als wir ausstiegen war es als ob jemand einen Fön anhatte. Wir hätten auch gerne draußen gegessen, aber die Fliegen sind so lästig gewesen, dass wir uns doch für drin entschieden.

Das Essen war sehr gut und wir fuhren auch gleich weiter. Nach Eromanga sollten es jetzt nochmal 180 km sein.

Eromanga ist bekannt geworden, weil hier Dinosaurier Knochen gefunden worden. Das hat man zum Anlass genommen ein Naturhistorisches Museum zu bauen und das wollten wir unbedingt besichtigen.

Die Fahrt war wieder sehr einsam und als wir ankamen, begaben wie uns direkt auf Unterkunftssuche. Im einzigen Motel von Eromanga gab es leider nur 2 Betten und kein Babybett und das wäre mit Schlafen etwas eng geworden. Wir entschlossen uns einfach ins 100 km entfernte Quilpie weiterzufahren, denn dieser Ort war definitiv größer und bot mehr Auswahl an Unterkünften. Die Kinder schliefen und merkten von der Planänderung gar nichts. 😊

In Quilpie angekommen mussten wir hier auch feststellen, dass es kein Babybett geben sollte. Wir kamen zufällig an einem „Caravan Park“ vorbei und auch hier fragte ich nach einem Zimmer. Die Dame zeigte es mir und verneinte leider das Babybett. Ich entschied mich dann dafür, dass Zimmer doch zu nehmen. Dann muss es mal 3 Tage ohne gehen. Also hatten wir unser nächstes zu Hause gefunden.

Wir richteten uns etwas ein und plötzlich klopfte es an der Tür. Die Vermieterin stand mit einem Babybett vor der Tür. Sie erzählte das Problem der örtlichen Lehrerin und diese startete auf Facebook einen Aufruf, ob jemand ein Babybett zu verleihen hätte. Das Ganze passierte innerhalb einer Stunde und ich war echt gerührt und dankbar. Wahnsinn wie toll sich die Leute im Outback helfen und ein Hoch auf „social media“.😃

Da wir heute viel gefahren sind, gingen wir mit den Kindern noch zum Spielplatz. Lilo freundete sich noch mit Nate an und wir scherzten, dass wir sie nach der Hochzeit nicht so einfach in Quilpie besuchen können, um auf die Enkelkinder aufzupassen. 😂🤣

Somit neigte sich auch dieser Tag zu Ende und wir genossen unseren großen Trailer. 😊

Wir sind immer noch die einzigen Gäste im Motel und das genießen wir auch ausgiebig. Die Kinder können sich ohne Einschränkungen bewegen und auch laut sein. Wie wir erfahren haben, ist die Mutter von unserer Vermieterin gestorben und deshalb ist das Motel auch mit niemandem besetzt.

Den heutigen Vormittag nutzen wir wieder zum Wäsche waschen. Die Industriemaschinen sind zwar schnell, aber man muss manches nochmal aufhängen und gleich alles zusammenlegen und das dauert seine Zeit. Ich hatte etwas Probleme die Maschine zu starten und durch Zufall kam die Putzfrau vorbei und half mir. Wir zwei kamen dann ins Gespräch und ich stellte ihr ein paar Fragen, die mir so durch den Kopf schossen. Z.B. wie machen das die Frauen hier, die kurz vor der Geburt stehen? Sie erzählte mir, dass die Frauen 4 Wochen vor dem Geburtstermin ins ca. 1.000 km entfernte Brisbane fahren und dort bis zum Ende bleiben. Oder was passiert, wenn jemand einen Herzinfarkt hat? Die „flying doctors“ brauchen ein paar Stunden, um da zu sein. Sie erklärte, dass es einen Patientenraum gibt und man dort Erste Hilfe leisten kann. Es gab auch schon einen Patienten, der aus Brisbane über den Monitor überwacht wurde. Sie fügte allerdings hinzu, dass es besser ist, nicht krank zu werden. 😱 Das war wirklich mal interessant zu hören.

Da wir noch Zeit bis zum Mittagessen hatte, gingen wir noch ins „Visitor Center“, um uns eine Unterkunft und eine Führung durch das alte Krankenhaus vorzubuchen.

An das Informationszentrum ist direkt die Stadtbibliothek angeschlossen und während Christof alles erledigte, konnten die Kinder und ich in der Spielecke spielen.😊

Nach dem Mittagessen gab es noch ein kleines Mittagessen und etwas Mittagsschlaf. Weil die Kinder sich wieder einen Schwimmbadbesuch wünschten, war das Nachmittagsprogramm eine beschlossene Sache. 🏊‍♀️

Auch heute war wieder wenig los und wir trafen auch Ben wieder, den wir am Vormittag kennengelernt hatten. Er war mit einer Schweizerin verheiratet und lebte mit ihr 6 Jahre in Basel. Leider klappte es nicht und er ging zurück nach Australien. Ben war wirklich sehr interessiert an uns und gab uns viele Tips.

Da wir den letzten Abend in Thargomindah hatten, gab es heute nochmal Burger, Pommes und Nuggets für alle. Auch die Inhaber waren so lieb zu uns und den Kindern. Sie spendierte ihnen wieder ein leckeres Eis als Nachtisch mit Schokosoße. 🍦Ich ging auch so gerne in den Laden, weil hier wahnsinnig viele Strickhefte auslagen. 😉

So schnell ging auch dieser Tag zu Ende und morgen geht es schon wieder weiter. Jetzt haben wir nicht mehr viel Auswahl wohin es gehen soll, denn wir haben keinen 4-WD Leihwagen. Somit sind die „dirt roads“ laut Mietvertrag für uns Tabu.

Thargominda ist unser persönliches Paradies. Das Motel ist bisher das Schönste, der Ort ist klein, es gibt ein Freibad und es gibt trotzdem einiges zu sehen.

Wir wurden gegen halb 7 wach und schon begann der Tag auch schon wie üblich. Da wir schon sehr routiniert sind in unseren Abläufen sind wir ruck zuck fertig und können uns den schönen Aufgaben widmen.

Christof ging erstmal zum örtlichen Supermarkt und kaufte fürs Mittagessen ein. Man merkt auch an den Preisen für frisches Obst, dass wir wirklich weit draußen sind. 1kg Äpfel kostet umgerechnet 7 Euro.😱 Wir leisten uns das trotzdem, aber man überlegt sich echt, ob man einen oder zwei isst. 😉

Wie in jedem Dorf oder in jeder Stadt bisher, werden Sachen für Touristen angeboten. Als erstes sollte es als Vormittagsaktivität der „Pelican Point“ sein.

Auch hier waren wir wieder begeistert. Es gab einen Grillplatz, Sonnenliegen und einen Sportbereich. Das gibt es nicht in Deutschland überall. Sportplätze mit Stangen für z.B. Klimmzüge oder „Toes to bar“ sind rar gesät. Der Weg führte dann noch über den Fluss, aber von Wasser war wieder keine Spur.

Zurück im Motel gab es Mittagessen und wir gönnten und den Luxus eines Mittagschlafes. 😊

Als Nachmittagsprogramm fuhren wir etwas außerhalb von Thargomindah zum ehemaligen „Wasserkraftwerk“. Nach London und Paris war Thargomindah der 3. Ort auf der ganzen Welt, der seinen Strom durch Wasser – in Form eines artesischen Brunnens – erzeugte. 1891 wollte man die Stadt mit Wasser versorgen und bohrte 808m tief. Die Stadt steht auf einem sogenannten „Artesischem Becken“, das das Wasser mit Druck nach oben befördert, wie z.B. bei einer Ölbohrung, wenn es angebohrt wird.

1893/1894 kaufte der Eigentümer vom örtlichen Sägewerk einen Generator zur Erzeugung von Strom.

1898 kaufte die Gemeinde ihm den Generator ab und benutzte ihn, um den Druck des Wassers für die Erzeugung von Strom zu nutzen.

Dieses System wurde OHNE Ausfälle 54 Jahre genutzt, bis auf eine Ausnahme, als einer der Verantwortlichen wegen seines Alkoholkonsums vergaß den Generator anzuschalten. 😂

Das war wirklich sehr informativ und wir sind froh, dass wir das gefunden haben. Zurück ging es in die Stadt und zum Spielplatz.

Danach tankten wir nochmal und zum Abendessen ging es in ein „Cafe“. Die Kinder bekamen Chicken-Nuggets und wir Großen gönnten uns einen Burger. 🍔Auch hier bekamen wir wieder das Gefühl willkommen zu sein. Die Kinder bekamen ein Eis geschenkt und wir wurden in ein interessantes Gespräch verwickelt.

12.10.2018 Tag 21: Cunnamulla – Thargomindah

Wir haben uns entschieden noch tiefer ins Outback zu fahren. Deshalb stand heute die Fahrt ins 190 km entfernte Thargomindah auf dem Programm.

Als ich vor die Tür trat, war es ziemlich kühl. Wir mussten uns alle Socken und eine Jacke anziehen. 🙄

Gegen halb 10 verabschiedeten wir uns noch mit einem sehr netten Gespräch von unseren Vermietern. Diese waren wirklich sehr lieb und versüssten uns den Aufenthalt.

Den Fahrtweg bis zur Abzweigung nach Yowah kannten wir schon von gestern. Erst dann wurde es unbekannt. Auch hier bot sich wieder ein tolles Bild. Wir hätten nie gedacht, dass das Outback so facettenreich sein kann und dass wir so allein sind.😃

Durch die vielen kleinen Toiletten- und Fotopausen brauchen wir recht lange bis zu den Zielorten und deshalb war es schon wieder Mittagessenszeit als wir kurz vor Thargomindah einen Fluss mit „Rest Area“ fanden. Auch wenn man denkt man ist in der tiefsten Wildnis, gibt es immer Mülltonnen und es wurde auch immer ordentlich hinterlassen.

Wie wir hier mittlerweile mitbekommen, herrscht seit Jahren eine Dürre. Deswegen bekommt man auch kaum mehr Schafe zu Gesicht. Diese sind umgesiedelt, bis sich die Situation bessert. Das ist auch die Erklärung dafür, dass die Emus und Kängurus in großen Scharen in die Städte drängen. Denn dort finden sie Gras auf den Sportplätzen.

Als wir in Thargomindah ankamen, waren wir wieder sofort verliebt. Es ist klein und beschaulich. Die Stadt hat ca. 270 Einwohner und die Infrastruktur ist einfach super.

Die Mädels kamen auch heute wieder voll auf ihre Kosten. Erst erkundeten wir den Spielplatz und dann ging es wieder ins Freibad. Sogar mit Wasserrutsche. 😱

Auch hier kommen die Kängurus wieder sehr nah an die Menschen ran.

11.10.2018 Tag 20: Cunnamulla – Yowah: Opale

Da wir hier 2 Nächte verbringen, haben wir uns heute dazu entschieden, einen Tagesausflug nach Yowah zu machen. Die Stadt liegt zwar in der gleichen Richtung für unsere Weiterfahrt morgen, aber wir werden nicht direkt an ihr vorbeikommen. In den Unterlagen klingt sie sehr interessant, da hier Opale abgebaut werden.

Nach dem obligatorischen Frühstück ging es zu dem 160 km entfernten Dorf los. Der erste Stopp war wie immer der örtliche Supermarkt, weil wir uns nicht auf Restaurants unterwegs verlassen.

Es gab aber kurz nach unserer Abfahrt ein kleines Dorf und wir fanden auf der Tafel geschrieben, dass es nicht typisch für Australien ist, an einem Outback-Pub vorbeizufahren. 😉 Ob das tatsächlich so ist, können wir nicht beantworten, aber wir sehen an den oft leerstehenden Geschäften, dass die Dörfer schon schönere Zeiten hatten. So wird um jeden Tourist gekämpft.

Zwischendurch hielten wir einfach an und machten Fotos im Busch:

Nach ca. 2 Stunden Fahrt kamen wir in Yowah an. Wer noch die ZDF Serie aus dem Vorabendprogramm der frühen 90er kennt, dem wird der Begriff „flying doctors“ bekannt vorkommen. Hier sind wir wirklich so weit weg vom Schuss, dass sie hierher kommen.

Wie in jedem Dorf, gab es auch hier einen kleinen Park mit einer „Picknic Area“ und öffentlichen Toiletten. Wir genossen erstmal unser Mittagessen und brachen dann auf um nach Opalen Ausschau zu halten. Die Stadt ist bekannt für ihren Opal-Abbau und dieser wird professionell betrieben. Die Inhaberin eines Ladens erzählte uns, dass die Opale in Deutschland einen 4-fachen Wert von dem Wert vor Ort haben. Aus Idar-Oberstein kommt 3 mal im Jahr ein Juwelier und bezieht aus dem Ort die Edelsteine. Auch wir kauften ein paar Andenken. 😉

Es gab tatsächlich hier kein Restaurant, aber dafür einen kleinen Supermarkt. Man merkt, dass wir hier ziemlich weit weg sind und alles um das 3-fache teurer ist. Wir fragten auch nach wie die Kinder hier unterrichtet werden. Die Antwort war, dass es hier kein Kind gäbe und wenn dann über Funk. Aber auch das soll nicht toll sein, denn der Kontakt zu anderen Kindern fehlt einfach.

Man kann hier auch nach Yowah kommen und Schlammbäder nehmen. Diese werden im öffentlichen Spa genommen.

Die nette Dame vom „Bus Stop“ erzählte uns noch von einem schönen Aussichtspunkt etwas außerhalb und dort fuhren wir noch kurz hin.

Gegen Nachmittag kamen wir wieder in unserer kleinen Stadt an und wir gingen alle ins Freibad. Wirklich auffällig ist, dass Australien auch Probleme mit Übergewicht hat. Es war wirklich erschreckend, dass wir nur ein einziges Kind mit Normalgewicht ausmachen konnten. 😱

Wir machten auch noch letzte Fotos mit dem „Fella“ und dann ging es schon zurück ins Motel.

Morgen werden wir noch weiter nach Westen fahren und an den westlichsten Punkt unserer Australienreise stoßen.

Heute geht es weiter nach Cunnamulla nach Westen ins Outback. Es werden „nur ca. 220 km sein und deshalb haben wir nichts vorgebucht. Zur Not könnten wir immer wieder umdrehen. Wir hoffen aber, dass es nicht so weit kommt.

Christof fuhr gleich morgens in den Supermarkt und stockte unser Reiseproviant auf. Wir denken nicht, dass es unterwegs die Möglichkeit gibt etwas zu Essen zu kaufen oder zu tanken.

Nach mehr als 2 Wochen unterwegs zu sein, geht das Packen mittlerweile routiniert von der Hand. Jeder kennt seine Handgriffe und das Auto wird auch schon nach einem bestimmten Schema gepackt.

Um halb 10 ging es los. Die Fahrt war wieder sehr entspannend und doch relativ abwechslungsreich. Die Landschaften wechseln sich häufig ab und es gibt immer was zu sehen.

Es gab also doch etwa 110 km nach St. George eine kleine Stadt und wir legten eine kleine Toilettenpause ein. Dabei erspähten wir einen Pelikan im Fluss.

Nach der kurzen Rast ging es weiter und wir sahen eine andere Art durch Australien zu reisen. 😊

Jetzt gibt es einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Kamele in Australien. Die Tiere sind heimisch und wurden ca. 1840 von den Engländern zur Erkundung des Landes hierher gebracht. Ca. 1920 wurden sie von der Eisenbahn und Lastkraftwagen abgelöst und in die Freiheit entlassen. Mittlerweile sind sie eine Plage, da sie sich unkontrolliert vermehren.< 🐪

In Cunnamulla angekommen, begaben wir uns auf Motelsuche. Beim ersten war kein Babybett verfügbar. Uns ist dies aber wichtig, damit wir die Kleine mal absetzen können und deshalb fuhren wir nochmal weiter. Letztendlich würden wir im Billabong Hotel Motel fündig. Der Preis ist wirklich unschlagbar und wir bleiben 2 Nächte.

Am Nachmittag gingen wir auch hier wieder in den Park und fanden einen super Spielplatz vor.

Und zu unserer Überraschung ist die ganze Stadt von Kängurus und Emus voll. Besonders der bewässerte grüne Rasen der Schule scheint das Highlight zu sein.

Zurück im Motel gab es Abendessen für uns alle im Motelrestaurant. Es gab eine super Spielecke und wir konnten in Ruhe essen. 😊

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